Für ein attraktives Senden

Maren Bachmann

1. Wohnen, Bauland, Ortsteile, Verkehr

Wohnraum schaffen, maßvoll wachsen
Eine der zentralen Aufgaben der Stadtplanung in den nächsten Jahren muss dem Bereich Wohnen und Bauland gewidmet werden. Wohnraum muss für alle bezahlbar bleiben. Sendener sollen sich Senden auch in Zukunft noch leisten können. Dabei geht es um eine festgeschriebene Förderung von bezahlbaren Wohnraum für Generationen und auch um generationengerechte Wohnformen. Unser bereits beschlossenes integriertes Stadtentwicklungskonzept zeigt zwar viele Handlungsfelder im Bereich funktionaler und räumlicher Weiterentwicklung auf, aber ich möchte kein Wachstum um jeden Preis. Die Maßgabe sollte ein gemäßigtes Bevölkerungswachstum von etwa 1 % pro Jahr sein, sensible Nachverdichtung und dämpfendes Einwirken auf Grundstück und Mietpreis sowie Spekulationsvermeidung. Innenentwicklung sollte dabei vor Außenentwicklung gehen und trotzdem sollte in den Ortsteilen eine sensible und maßvolle Nachverdichtung mit Rücksicht auf den Gebietscharakter möglich sein.

Weberei – Potential für die Zukunft
Eine Stadt wie Senden in einer wachsenden Region braucht auch Entwicklungsflächen. Dafür bietet sich das Gebiet um die ehemalige, unter Denkmalschutz stehende Webereihalle an. Ein Gutachten wurde beauftragt, um mögliche Altlasten auf dem Gelände zu klären. Danach sollen Planungen angestoßen werden, um Wohnen, kulturelle und soziale Einrichtungen in diesem Quartier zu verbinden. Gleichzeitig soll auch die Geschichte mit Weberei und Wasserkraft beachtet werden. Der Fokus sollte hier auf die Historie von Senden und Ay als Arbeitersiedlungen gerichtet werden.

Nahverkehr entwickeln und ergänzen
Der Nahverkehr ist eine wichtige Lebensader in unserer Kommune und auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Das Rückgrat ist hierbei die Regio-S-Bahn Donau-Iller. Der Bahnhof in Senden soll sich zu einem barrierefreien Mobilitätsdrehkreuz mit halbstündiger Bahntaktung nach Ulm und Weißenhorn entwickeln.

Verkehr
Verkehrsplanung ist bei der Stadtentwicklung und der Wohnungsbaupolitik laufend zu berücksichtigen. Im Vordergrund steht die Verbindung zwischen Leben, Arbeiten und Wohnen. Insbesondere möchte ich deshalb die Fahrradfreundlichkeit erhöhen und mehr Pendlerparkplätze schaffen. Darüber hinaus ist auch Lärmreduzierung und Raserbekämpfung ebenso eine Aufgabe, wie die Verdrängung des überörtlichen Verkehres aus der Stadt.

2. Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Klimaschutz

Verantwortungsvoller Umgang mit unseren Ressourcen
Im Hinblick auf Klimaschutz sollten wir ein tragfähiges Konzept erarbeiten. Kurz- und mittelfristig sind dies beispielsweise die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude, die flächendeckende Umrüstung auf LED-Straßenbeleuchtung und die Förderung von E-Mobilität. Langfristig müssen wir konsequent auf die Nutzung erneuerbarer Energien setzen und den kompletten Strombedarf der Stadt bilanziell vollständig aus erneuerbaren Energieträgern decken. Für diese Aufgaben ist es notwendig, dass die Stadt konsequent alle verfügbaren Fördermittel in Anspruch nimmt. Eine neue Stelle für das Thema Klimaschutz könnte hier die notwendige umfassende Unterstützung leisten.

E-Mobilität stärken
E-Mobilität auf zwei wie auch auf vier Rädern steckt in unserer Region noch in den Kinderschuhen. Hier gilt es zukünftig deutlicher Position zu beziehen und die Potentiale weiter und besser auszuschöpfen. E-Tankstellen sind ein Baustein mit Signalwirkung für Elektroautos und E-Bikes mit denen Sendener Bürgerinnen und Bürger unterwegs sind. Kostenlose Parkplätze für E-Fahrzeuge und sichere Abstellmöglichkeiten für E-Bikes an Bahnhöfen können ein umweltfreundliches Pendeln vereinfachen.

3. Soziales, Kinder, Jugend, Senioren

Stark für Familien und Hilfe für die Schwachen
In den kommenden Jahren möchte ich verstärkt Angebote für jedes Lebensalter schaffen, aber auch dafür sorgen, dass unterschiedliche Lebensmodelle und Lebensentwürfe noch besser ermöglicht werden. Das heißt zum Beispiel die Kinder- und Familienfreundlichkeit weiter zu erhöhen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, sowie der Jugend eine Heimat zu geben. Viele ältere Menschen in unserer Stadt sind absehbar nicht mehr so mobil. Hier gilt es, gemeinsam langfristige Konzepte zu entwickeln, die es ermöglichen, auf die individuellen Verhältnisse abgestimmt, möglichst lange selbstbestimmt in der bekannten Umgebung leben zu können. Viele Aspekte wie die Unterstützung im Alltag, Beratung zum pflegegerechten Umbau von Eigenheimen, dafür mögliche Fördermaßnahmen, Angebot von neuen altersgerechten bezahlbaren Wohnformen und die Umsetzung von Barrierefreiheit sind hierbei zu berücksichtigen.

4. Bürgerbeteiligung, Ehrenamt

Bürgerdialog auf Augenhöhe, Vereinsförderung
Senden sind wir alle. Ich möchte eine vielfältige Stadtgesellschaft und das Miteinander fördern. Ich sehe Bürgerbeteiligung als Verpflichtung für die Kommune. Stadtverwaltung und Politik sollten als Moderator und Teilnehmer fungieren und nicht als alleinige Absender. Dabei gilt es zeitgemäße Instrumente für Bürgerdialog und -beteiligung zu nutzen. Unsere Stadt wird vom Engagement unserer Menschen getragen. Das Ehrenamt und die Vereine sind das Rückgrat unserer Kommune. Sie bieten musikalische, sportliche und kulturelle Betätigungen, pflegen das Dorf- bzw. Stadtbild, Traditionen und Kulturgüter, machen wertvolle Jugendarbeit und engagieren sich im kirchlichen Bereich, bieten eine soziale Gemeinschaft und eine vielschichtige soziale Unterstützung. Einen besonderen Stellenwert verdienen unsere ehrenamtlichen Feuerwehren. Sie sind für uns unverzichtbar und müssen weiterhin große Wertschätzung für ihre wichtige ehrenamtliche Tätigkeit, eine moderne, leistungsfähige Ausrüstung und größtmögliche Unterstützung erhalten. Als Bürgermeisterin werde ich immer ein offenes Ohr haben und die vielen Ehrenamtlichen in den Feuerwehren, Vereinen und Institutionen nach Kräften unterstützen.

5. Verwaltung, Organisation, Strukturelles

Effiziente und belastbare Strukturen schaffen
Die Stadt wächst und damit auch die Aufgaben. In den nächsten Jahren möchte ich den Investitionsstau auflösen, sowie den bürger- und serviceorientierten Umbau der Stadtverwaltung angehen. Qualifizierung der städtischen Mitarbeiter und Optimierung der Verwaltungsstrukturen sowie eine Steigerung der Planungsqualität sind hier die entscheidenden Hebel.